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Deutsche Kreditwirtschaft zur aktuellen „Finanztest“-Untersuchung zu Kreditangeboten

Die Deutsche Kreditwirtschaft wird die Ergebnisse von Finanztest – unabhängig von ihrer Kritik an einzelnen Bewertungsfaktoren der Untersuchung – zum Anlass nehmen, Banken und Sparkassen nochmals auf die Anwendung der gesetzlichen Vorgaben sowie gemeinsam mit der SCHUFA – als Vertragspartner der Banken und Sparkassen – auf die verschiedenen Auskunftsmerkmale und die Folgen einer falschen Merkmalssetzung hinzuweisen.

Der deutsche Gesetzgeber hat im Juni 2010 im Rahmen der Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie unter anderem die Verpflichtung der Banken und Sparkassen zur vorvertraglichen Information geregelt. Die deutsche Kreditwirtschaft hat sämtliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie und damit auch die vorvertragliche Informationspflicht in ihre Geschäftsprozesse integriert.

Das Gesetz gibt vor, dass die vorvertraglichen Informationen für Verbraucherkredite rechtzeitig vor Abschluss eines Verbraucherdarlehensvertrages auszuhändigen sind. Ein konkreter Zeitpunkt, zu dem die sehr umfangreichen Europäischen Standardinformationen ausgehändigt werden sollen, wird im Gesetz nicht vorgegeben. Der Testbericht zeigt auch, dass die Banken die Anfragen zumindest teilweise als sehr allgemeine Kreditanfrage verstanden haben und nicht als direkte Vorbereitung auf einen Vertragsschluss. Dies erklärt auch etwa die Aushändigung von allgemeinen Informationsbroschüren.

Allein der Umstand, dass die Aushändigung der Europäischen Standardinformationen für Verbraucherkredite nicht schon im Erstgespräch erfolgt ist, führt somit nicht automatisch zu einem Verstoß gegen gesetzliche Vorgaben. Die anderslautende Bewertung im Test und die damit verbundenen Abwertungen im Testergebnis sind deshalb fragwürdig.

Allerdings sollte eine Bonitätsprüfung bei der SCHUFA im Zuge einer Kreditanfrage ohne Zweifel nicht zu einer Bonitätsverschlechterung des Kunden führen.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR vom 15.05.2012 als Federführer für die Deutsche Kreditwirtschaft

Ratenkreditberatung: 10 von 12 Filialbanken „mangelhaft“

Filialbanken behindern Kunden beim Kreditvergleich und schädigen sie mit falschen Schufa-Einträgen. 10 von 12 getesteten Filialbanken bekamen deshalb für ihre Beratung ein „Mangelhaft“, die beiden anderen waren „ausreichend“. Direktbanken machen es besser. Zu diesem Ergebnis kommt die von der Stiftung Warentest herausgegebene Zeitschrift Finanztest, für die Testpersonen insgesamt 85 Kreditangebote in Höhe von 4.000 Euro bei 17 Filial- und Direktbanken eingeholt haben. Alle Testpersonen hatten eine ausreichend hohe Bonität.

„Das Ergebnis ist niederschmetternd“, lautet das Fazit von Finanztest. Den Kreditangeboten der Filialbanken fehlten oft die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen, die dem Kunden einen Vergleich verschiedener Angebote ermöglichen. Außerdem beschädigten einige Bankberater die gute Kreditwürdigkeit der Kunden durch falsche Anfragen bei der Schufa, der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Wählen die Bankmitarbeiter ein falsches Anfragemerkmal, wirkt sich das negativ auf die Bonität des Kunden aus. Als Folge davon wird es für ihn entweder deutlich teurer, Geld zu leihen oder er erhält gar kein Kreditangebot mehr. Einige Banken im Test beharrten auf dem Abschluss einer Restschuldversicherung, die bei der geringen Kreditsumme verzichtbar ist. Wie teuer die Versicherung sein kann, zeigt ein Bespiel der Berliner Volksbank. Hier würde sich der Zins von 9,99 Prozent auf 19,33 Prozent erhöhen.

Bei den Direktbanken sah es besser aus. 4 von 5 Banken schnitten „sehr gut“ ab. Sie haben das Erstellen von Kreditangeboten in der Regel automatisiert.

Quelle: Pressemitteilung der Stiftung Warentest vom 15.05.2012

Oberlandesgericht stoppt Abzocke beim Girokonto

Bereits im Jahr 1997 stellte der Bundesgerichtshof klar, dass eine Bank keine Gebühr nehmen darf, wenn sie eine Lastschrift oder einen Scheck mangels Deckung nicht einlöst (BGH, Az. XI ZR 5/97). Einige Banken schreckt dies nicht ab. Sie versuchen mit immer neuen Argumenten eine Gebühr für die Nichteinlösung zu verlangen. Eine Sparkasse verlangte jetzt 7,50 Euro mit der Begründung, sie prüfe das Konto individuell. Außerdem würden Kunden dadurch auch vor automatischen Mitteilungen an die Schufa geschützt.

Dem schob das Oberlandesgericht Celle jetzt einen Riegel vor und erklärte die Gebühr für unzulässig. Im Übrigen sei die Lastschrift- oder Scheckrückgabe kein Fall, den die Bank typischerweise der Schufa mitteile (Az. 3 U 152/07).

Trotzdem sollten Kunden immer für ausreichende Deckung sorgen, damit alle Lastschriften, die sie gestattet haben, auch ordnungsgemäß durchgeführt werden können. Neben dem Ärger und Aufwand, den nicht ausgeführte Lastschriften auslösen, werden die Verkäufer ihre zusätzlichen Kosten und Aufwände an Sie weitergeben. Eine Gebühr des Verkäufers ist erlaubt. Wer knapp kalkulieren muß, sollte auf Lastschriften weitestgehend verzichten und alle Überweisungen direkt nach dem Gehaltseingang selbst überweisen.

Girokonto für jeden! – Nur ein Traum?

Ohne ein Girokonto bei einer Bank oder Sparkasse ist die Teilnahme am Leben kaum noch möglich. Gehälter werden nur noch auf ein solches konto überwiesen. Ob Zeitungsabos, Mobilfunkverträge oder die Bestellung beim Versandhändler – ohne Einzugsermächtigung gehen viele Unternehmen gar keine Geschäftsbeziehung mehr ein. Eine Überweisung an einen Händler oder Handwerker der vielleicht nicht am selben Ort ansässig ist, ist ohne Girokonto nicht vorstellbar. Zwar kann man über eine Bareinzahlung mit Überweisung trotzdem das Geld versenden aber für diesen Service nehmen die Banken meist horrende Gebühren zwischen 5 und 10 Euro.

Die im Zentralen Kreditausschuss zusammengeschlossenen Spitzenverbände der duetschen Banken haben deshalb 1995 eine Empfehlung ausgesprochen jedem ein Girokonto auf Guthabenbasis einzurichten. In der Praxis ist davon aber wenig zu spüren. Selbst bei Sparkassen, die ja sogar einen öffentlichen Auftrag besitzen kommt es immer wieder mal vor, das Kontoeröffnungsanträge abgelehnt werden.

Aus diesem Grund wird von Politikern und Wirtschaftsvertretern immer wieder eine gesetzliche Regelung oder zumindest eine Selbstverpflichtung von Banken zum Girokonto für Jederman gefordert. Auch wenn es in Deutschland grundsätzlich jedem freisteht, mit wem er Geschäfte tätigt haben doch gerade Banken und Sparkassen aufgrund Ihrer zentralen Bedeutung im Wirtschaftsleben eine gewisse soziale Verantwortung.

Für Banken gibt es eigentlich auch keinen Grund ein Konto auf Guthabenbasis zu verweigern. Da das Institut Überziehungen nicht zuzulassen braucht, beschränkt sich das Risiko für eine Bank auf den Betrag der Kontoführungsgebühren. Viele banken schrecken jedoch vor dem höheren Betreungs- und Überwachungsaufwand von Kunden zurück. Viele Berichte in den Medien zeigen immer wieder auf, dass immer mehr Menschen durch Versandhausbestellungen oder Handyverträge in die Schuldenfalle geraten. Für die Banken heißt dies eine Menge Arbeit durch Rücklastschriften, Bearbeitung von Kontopfändungen oder die Zeit um dem Kunden zu erklären, dass er kein geld mehr bekommen kann, da nichts mehr auf dem Konto ist. Um dies zu verhindern werden Kunden mit negativen Schufaeintragungen lieber gleich abgelehnt und abgewiesen.

Die Politik sollte hierfür eine Lösung schaffen, die allen Beteiligten gerecht wird. Denn ohne Girokonto droht vielen Menschen die soziale Isolation. Sicherlich ist ein fehlendes Girokonto allein nicht dafür verantwortlich, aber es ist auf jeden Fall wieder ein Stein auf dem Weg ins Abseits.
Europa- Girokonto

Prepaid-Kreditkarte (ohne Schufa) – ein einzigartiges Angebot!

Jetzt gibt es eine Kreditkarte auf Guthabenbasis. Das Prinzip ist einfach und simpel. Einfach Geld auf das „Kreditkarten“-Konto der LBB AG überweisen und schon kanns losgehen. Aber ist dieses Angebot wirklich so toll.

Also der Name ist schon mal falsch, da das Konto nur auf Guthabenbasis geführt wird und nicht wie bei Kreditkarten üblich mit einem Verfügungsrahmen versehen wird. Es wird also kein Kredit gewährt, sondern nur die Technologie und Abrechnungssystematik des Visacard-Systems genutzt.

Welche Vorteile hat die Prepaidkarte?

1. Guthabenzins von bis 3,25%? – auf den ersten Blick nicht schlecht, aber es gibt mittlerweile bessere Tagesgeldangebote. Außerdem richtet sich die Zinsstaffel nach einem Durchschnittsguthaben. Bei einem Konto mit Zahlungsverkehrsfunktion ist dass sicherlich schwer zu steuern. Im grenzbereich zwischen den Zinsstaffeln kann der Kunde den Durchschnitt selbst kaum nachvollziehen.

2. Günstige Kartenpreise? Nun 39 sind nicht wirklich wenig für eine VISA-Card. Auch hier gibt es such schon deutlich günstigere Angebote (siehe http://www.vergleich.de/girokonto.html ). Zumal heutzutage mit normalen Bank- und ec-Karten auch fast überall bezahlen kann.

3. Auslandseinsatz? – Ja dies ist wirklich ein Vorteil – gerade im Nichteuropäischen Ausland. Wenn dann noch die üblichen versicherungsleistungen im Preis der Karte enthalten wären (habe ich leider keine Informationen gefunden) ist die Karte für Vielreisende (und evtl. häufige Onlineshopper) eine Überlegung wert.

4. Kreditkarte bei negativem Schufaeintrag? Da kein Kredit vergeben wird, geht die Bank auch kein Risiko ein. Warum sollte bei einer solchen Konstellation auch ein negativer Schufaeintag die Kontoeröffnung im Wege stehen. Ich stelle mir gerade einen Dialog in einer Bank vor: Kunde: Ich möchte gern 30.000 anlegen, aber leider habe ich einen negativen Schufaeintrag. Bankangestellter: Dann kann ich Ihr Geld leider nicht annehmen. – Ziemlich unwahrscheinlich!

Für alle interessierte hier noch mal die „einprägsame“ (;-)) Internetadresse: www.prepaid-kreditkarte-ohne-schufa.de

Schufafreie Kredite – die Chance!

Die Chance für Kunden mit Negativeintrag bei der Schufa sind Kredite die ohne Anfrage dort. So tönt es immer wieder in Onlinewerbebotschaften. Aber Vorsicht: Oft stecken auch unseriöse Kreditvermittler oder Kredithaie hinter solchen Angeboten, die die Geldnot potenzieller Kunden ausnutzen und überhöhte Zinsen verlangen. Allerdings sollte man hierzu wissen:

Was sind eigentlich Negativmerkmale? Nun dies lässt sich schnell beantworten. In der Regel meldet ein Schufapartner (Bank, Handyanbieter u.a. ) es der Schufa, wenn ein Kunde seine Forderungen nicht oder nicht fristgerecht erhält. Unter anderem können dann Merkmale wie Vertragskündigung, gerichtliches Mahnverfahren oder im noch weiter fortgeschrittenen Fall die Zwangsvollstreckung stehen. Hier wird also signalisiert, dass der Kunde seine Verbindlichkeit nicht oder zumindest nicht Vertragsgerecht zurückzahlt – und das ist der Grund warum Banken Anfragen solcher Kunden ablehnen.

Banken lehnen Kunden übrigens oftmals nicht wegen eines negativen Schufaeintrages ab, sondern aufgrund eines schlechten Scorewertes. Ziel des Scores ist es, herauszufinden ob der Kunde auch künftig noch in der Lage ist, seine Kredite und Schulden zu begleichen. Ein schlechter Scorewert signalisiert unter Umständen die Gefahr der Überschuldung und soll genau vor dieser Überschuldung schützen.

Schufa – endlich Transparenz bei der Kreditvergabe?

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest titeln die Herausgeber „Beraten und Verkauft“ bei der Vergabe von Ratenkrediten. Unter Anderem wird von den Testern bemängelt, dass die Banken oft die Schufa zu Unrecht abfragen und wenn zu Recht, dann doch mit dem falschen Merkmal. Dabei

Erstmals wird in dem Artikel erwähnt, was Insidern schon lange bekannt ist: eine Kreditanfrage verschlechtert den Scorewert des Anfragenden bei der Schufa – und damit die Chancen bei dem nächsten Institut einen Ratenkredit zu bekommen. Letztendlich führte diese Vorgehensweise dazu, dass Kunden die den (durchaus richtigen) Rat der Finanztester befolgten, und sich mehrere Angebote einholten, banachteiligt wurden und bei sogenannten „bonitätsabhängigen“ Krediten schlechtere Konditionen hinnehmen mußten.
Mit den im Oktober 2006 eingeführten neuen Merkmalen, „Anfrage Kreditkonditionen“ und „Anfrage Hypothekenkonditionen“ vermeidet der Kunde diese Verschlechterung des Scorewertes. Den Banken wird nun vorgeworfen, statt der neuen Merkmale bei der Anfrage das „alte“ Merkmal Anfrage Kredit verwendet zu haben. Jedoch hat die Schufa erst am 16. Januar erstmals in einer Pressemitteilung darauf hingeweisen.(http://www.schufa.de/05_01_02_070116.html) Interessanterweise das Erscheinungsdatum der neuen Finanztest!(http://www.stiftung-warentest.de/online/geldanlage_banken/test/1493788/1493788/1495940.html)

In der Zukunftsollte der potentielle Ratenkreditkunde also bei einer Anfrage, darauf achten die Bank zu verpflichten, die neuen Merkmale zu verwenden. So kann er wirklich Ratenkredite vergleichen.