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Eigene Allianz-Bank im April

Nach dem gescheiterten Versuch der Integration der Dresdner Bank in den Allianz-Konzern, wagt diese nun einen neuen Versuch die mehr als 10 000 Allianz-Agenturen mit Bankprodukten versorgen. Europas größter Versicherer Allianz will deshalb im Frühjahr mit einer eigenen Bank starten.

Unter dem Dach der Oldenburgische Landesbank (OLB) will das Versicherungsunternehmen künftig mit die Marke Allianz auch bei Bankprodukten einführen. „Es wird künftig zum Beispiel ein „Allianz Girokonto“ oder einen Allianz Kredit bei unseren Vertretern geben.“ sagte Gerhard Rupprecht, Vorstandschef der Allianz Deutschland AG, der Tageszeitung „Die Welt“. Bereits im April soll es mit der neuen Allianz-Bank losgehen.

Die Oldenburgische Landesbank (OLB) soll das Bankgeschäft für die Allianz händeln. Als Tochter der Dresdner Bank gehörte die OLB auch bisher schon zum Allianz-Konzern. Beim Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank Anfang diesen Jahres verblieb die OLB aber bei der Allianz.

Gemeinsames Festgeldkonto von Commerzbank und Dresdner Bank

Erst im Januar hat die Commerzbank die Dresdner Bank von der Allianz erworben. Um die bereits im Sommer vereinbarte Übernahme zu finanzieren, mußte die Commerzbank angesichts der Finanzkrise sogar die staatliche Hilfen des SOFFIN in Anspruch nehmen. Doch die Commerzbank möchte möglichst schnell Synergien des Zusammenschlusses nutzen und forciert ihren gemeinsamen Marktauftritt mit der übernommenen Dresdner Bank.

Bereits ab Montag soll in den Filialen beider Institute ein gemeinsames Festgeldkonto angeboten werden. Dies solle als „Startschuss für die neue Commerzbank“ beworben werden. Ein gemeinsames Girokonto für Kunden beider Banken solle in absehbarer Zeit folgen, hieß es weiter. Die Filialen der Dresdner Bank hingegen würden voraussichtlich erst im nächsten Jahr auf das Erscheinungsbild der Commerzbank umgerüstet. Unterstützt werden solle die Einführung des ersten gemeinsamen Produkts mit einer aufwendigen Werbekampagne und TV-Spots.

Über die Konditionen und Wettbewerbsfähigkeit des neuen Festgeldes ist vorab nichts bekanntgeworden. Wir werden aber berichten, sobald die neuen Zinsen veröffentlicht werden. Die aktuellen Festgeld- und Termingeldkonditionen sind weder bei der Dresdner Bank noch bei der Commerzbank auf der Webseite veröffentlicht. Lediglich die 3% des Direkt24-Tagesgeldangebotes sind auf der Dresdner Bank Webseite zu sehen.

Nachtrag: Bei dem einheitlichen Festgeldkonto handelt es sich um die Topzins-Anlage der Commerzbank, die es somit ab sofort auch bei der Dresdner Bank gibt. Es gibt für Gelder, die bisher noch nicht bei der Dresdner Bank oder der Commerzbank angelegt sind, einen Zinssatz von 3,5% für ein Jahr. Pro Kunde können 5.000 Euro bis 100.000 Euro angelegt werden.

Die Dresdner Bank mit der Dresdner-Direkt24 online.

Wie angekündigt ist die Dresdner Bank mit ihrem Online-Ableger Dresdner-Direkt-24 gestartet. Mit einem frischen Orange zum bekannten Grün sollen sich die Direktangebote www.dresdner-direct24.de von den bisherigen Angeboten abheben. Die Gestaltung wurde so vorgenommen, dass die Produkte sowohl Online als auch in der Filiale erhältlich sind. Z.B. kann das neue ab 650 Geldeingang kostenlose Girokonto auch in der Filiale vorgenommen werden kann. Unzweifelhaft ein Vorteil (auch und besonders für die Bank) ist, dass der Kunde alles Online zuhause vorbereiten kann, und dann nur noch zur Legitimation in die Filiale kommen muß.

Die oft neben den Angeboten stehenden Hinweise zu Filiale und Beratung verstärken den Werbeclaim „Beraterbank“. Auch die Produktmerkmale können sich durchaus sehen lassen, auch wenn es in jedem Produktbereich bestimmt günstigere Anbieter gibt. Für das kostenlose Girokonto sind nur 650 Euro statt wie z.B. bei der Postbank 1250 Euro notwendig (Aber u.a. DKB, Netbank und Sparda-Banken bieten gebührenfreie Konto ohne Mindestgeldeingang an). Das Tagesgeldkonto liegt mit 3,75 % Zinsen z.B. über dem erfolgreichen Extrakonto der Diba aber auch noch deutlich unter den Angeboten von 4,25 % z.B. von der Norisbank. (zum Tagesgeldvergleich)
Ob die Dresdner Bank mit ihrem neuen Direktangebot aber viele zusätzliche Kunden gewinnen wird bleibt abzuwarten. Die Strategie der Bank erscheint mir eher danach ausgerichtet, zwar attraktive neue Produkte anzubieten, aber die Bestandskunden nur davon profitieren zu lassen, wenn diese es zufällig mitbekommen. So erschließt sich für mich bisher nicht der Mehrwert des „Komplettkontos“. Hier werden bei mehr als 30 Buchungen immer noch Buchungspostengebühren (0,55 Euro pro Buchungsposten) erhoben. Sogar für eine Onlineüberweisung werden noch 15 Cent belastet. Schade, dass die alten Kunden hier scheinbar wieder die Dummen sind.

Eine neue Direktbank: Dresdner Direct 24

Wie die „Welt“ heute berichtet wird die zum Allianz-Konzern gehörende Dresdner Bank unter dem Namen „Dresdner Direct 24“ eröffnen. Dies soll dem Unternehmen neben der Premiummarke Dresdner-Bank auch Kunden aus dem Discount Segement bescheren. Alle Produkte vom Girokonto bis zur Baufinanzierung sollen in der neuen Bank angeboten werden.
Ob dies erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Neben dem aus meiner Sicht etwas einfallslosem Namen erinnerte mich diese Ankündigung an die „Neuer Markt“-Zeiten als die Deutsche Bank in einer Ihrer Umstrukturierungaktionen die Deutsche Bank24 schuf. Damals hielt die Deutsche Bank Ihr Konzept nicht allzu lange durch und heute wird die Webseite www.deutsche-bank-24.de nur noch auf das Internetangebot der Deutschen Bank geleitet.

Die Dresdner Bank mit Ihrem Discount-Angebot möchte mit Ihrem Angebot Kunden ansprechen, die keine oder wenig Beratung benötigen. Da solche Kunden in aller Regel sehr gut informiert und preissensitiv sind, wird es sehr stark von der Qualität der Produkte abhängen, ob sich die neue Bank am Markt durchsetzt. Die neuen Produkte möchte die Bank nicht nur direkt, sondern auch über die rund 900 Dresdner-Bank-Filialen und über die rund 10 000 Agenturen der Allianz verkaufen. Die widerspricht aus meiner Sicht dem Argument, dass vorwiegend Kunden angesprochen werden sollen, die keinen Wert auf Beratung legen.
Der Start der neuen Bank ist für das 2.Quartal 2008 angekündigt. Es bleibt spannend, wie die Produkte der neuen Bank gestaltet sein werden.