Zocken auf Pump: Reich werden mit geliehenem Geld?
Neulich wurde ich gefragt, warum wo man Wertpapierkredite vergleichen kann. Grundsätzlich fiel mir dazu ein, dass die Wirtschaftswoche (Ausgabe 08/07) gerade einen Direktbankenvergleich durchgeführt hat. Passendender wäre aber wahrscheinlich ein direkter Onlinebrokervergleich.
Mich hat dies jedoch veranlasst, zu überlegen wer solche Wertpapierkredite oder Lombardkredite aufnehmen sollte. Die Grundidee solcher Kredite ist, dass die Wertpapiere die man sich von dem über den Kredit geliehenen Geld kauft eine höhere Rendite erzielen, als man Zinsen für den Kredit bezahlt. Denkbar wäre z.B. folgendes Szenario:
Ich leihe mir 100.000 € für 5% oder vielleicht sogar 10% Kreditzinsen, und kaufe mir dafür Aktien des Unternehmens A. Nach einem Jahr hat sich der Kurs der Aktie vielleicht verdoppelt und ich Verkaufe die Aktien wieder für rund 200.000 €. Nach Rückzahlung des Kredites inkusive Zinsen verbleiben mir noch 90.000 € und zwar ohne Einsatz eigenen Geldes. Das klingt verlockend – oder?
Aber auch die zweite weniger schöne Variante ist denkbar: Der Aktienkurs halbiert sich! Dann muß ich nach dem Jahr 110.000 € zurückzahlen. Da der Verkauf der Aktien aber nur noch 50.000 € einbringt, muß man den Rest über viele Jahre abstottern und auf Urlaub oder andere schöne Dinge vieleicht verzichten! Das klingt weniger verlockend – nicht wahr?
Da den Banken dieses Risiko bewußt ist, beleihen diese in der Regel nur einen geringen Teil des Depotwertes (ca. 50%) und passen die Kreditsumme bei sinkendem Depotwert auch nach unten an. Wertpapierkredite sind deshalb nur etwas für Leute, die bereit sind die höheren Risiken zu tragen und vor allem genügend Vermögensreserven besitzen, um die evt. Verluste auszugleichen.

Discussion Area - Leave a Comment